AquaTec DD500 – Funktionsbeschreibung (Segelyacht)
Montage auf der La Bonita Anfang März 2026
Der Wassermacher AquaTec DD500 ist eine kompakte Umkehrosmose-Anlage (RO) zur Frischwassererzeugung an Bord von Segelyachten. Er liefert bei 12-Volt-Bordspannung bis zu 55 Liter pro Stunde Trinkwasser aus Seewasser und ermöglicht damit weitgehende Autarkie auf See.
1. Wasseraufnahme und Vorfiltration
Das Seewasser gelangt über ein Seeventil (Borddurchlass) ins System. Zunächst passiert es einen Grobfilter (Seewasser-Sieb), der größere Partikel wie Sand, Algen oder Muschelreste zurückhält.
Eine Vorpumpe saugt das Wasser an und fördert es durch die Vorfiltereinheit mit Manometer. Diese besteht aus:
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Grobfilter (z. B. 20 µm) zur Entfernung feiner Schwebstoffe
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Feinfilter bzw. Aktivkohlefilter (z. B. 5 µm) zur Reduktion kleinster Partikel und organischer Bestandteile
Das Manometer dient der Kontrolle des Vordrucks. Ein ansteigender Druckverlust weist auf verschmutzte Filter hin und signalisiert Wartungsbedarf.
2. Hochdruckstufe und Membran
Nach der Vorfiltration erzeugt die Hochdruckpumpe den für die Umkehrosmose erforderlichen Arbeitsdruck (typisch 55–60 bar). Unter diesem Druck wird das Wasser durch die semipermeable RO-Membran gepresst:
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Das Permeat (Frischwasser) wird gesammelt und in den Tank geleitet.
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Das Konzentrat (salzhaltiges Restwasser) wird über Bord abgeführt.
Die Anlage erreicht eine Leistung von rund 55 l/h bei einem 12-V-Stromverbrauch (typisch im Bereich von ca. 20–30 A, abhängig von Temperatur und Salzgehalt des Wassers).
3. Spülung – vor und nach der Frischwasserproduktion
Vorspülung (Anfahren des Systems):
Vor Beginn der Frischwasserproduktion wird das System zunächst im Spülmodus betrieben. Dabei läuft Seewasser mit reduziertem Druck durch die Vorfilter und Membran, ohne dass bereits Wasser in den Tank geleitet wird. Ziel ist es:
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stehendes Wasser aus Leitungen und Membran zu verdrängen
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eventuell erhöhte Salzkonzentrationen auszuspülen
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das System druckseitig zu stabilisieren
Erst wenn die Wasserqualität stabil ist (keine erhöhte Leitfähigkeit), wird auf Entnahmebetrieb umgeschaltet.
Nachspülung (Nachlauf):
Nach Beendigung der Produktion erfolgt eine erneute Spülung – idealerweise mit Frischwasser aus dem Bordtank. Diese reduziert Salzrückstände in der Membran und beugt Kristallbildung sowie Biofouling vor.
Die regelmäßige Nachspülung verlängert die Lebensdauer der Membran erheblich und ist ein wesentlicher Bestandteil des Wartungskonzepts.
Die Umschaltung zwischen Spülung und Entnahme erfolgt über das Schaltpanel bzw. ein entsprechendes Ventilsystem.
4. Bedienung und Kontrolle
Das Schaltpanel ermöglicht das Starten und Stoppen der Anlage sowie die Überwachung des Betriebs. Ein integrierter Durchfluss-Mengenzähler zeigt die produzierte Wassermenge an.
Die Umschaltung zwischen Spülbetrieb und Frischwasserproduktion erfolgt manuell oder elektrisch (je nach Ausführung) direkt am Panel.
Das Frischwasser wird wahlweise in die Frischwassertanks oder kann am Ende der Produktion direkt an einem speziellen Hahn in Flaschen gefüllt werden.
5. Konservierung bei längerer Stillstandszeit
Wird der Wassermacher über mehrere Wochen nicht genutzt, erfolgt eine Konservierung mit Biozid-Lösung.
Ein separater Behälter enthält die Konservierungsflüssigkeit, die in einem geschlossenen Kreislauf durch Membran und Leitungen gepumpt wird. Dadurch werden mikrobielles Wachstum und Verkeimung verhindert.
Vor der nächsten Inbetriebnahme muss das System gründlich gespült werden, bevor wieder Trinkwasser produziert wird.
Zusammenfassung
Der AquaTec DD500 erzeugt mittels mehrstufiger Filtration und Hochdruck-Umkehrosmose zuverlässig Trinkwasser aus Seewasser. Mit 12-V-Betrieb, einer Leistung von 55 l/h sowie integrierter Vor- und Nachspülung und Konservierungssystem ist er besonders für Fahrten- und Blauwassersegler geeignet, die auf Autarkie und Betriebssicherheit angewiesen sind.

